Bekanntmachungen

aus Nienhagen

Volkstrauertag 2019

Volkstrauertag Nienhagen 2019

Rede des Bürgermeisters aus Anlass des Volkstrauertages am 17.11.2019
Gemeinsame Festveranstaltung mit der ev.luth.Kirchengemeinde

Liebe Gemeinde,
Ich möchte zunächst Danke sagen, all denen, die heute hier sind um derer zu gedenken, die in Kriegen gestorben oder verwundet wurden. Vor allem den Vertretern der Vereine und Verbände sowie den Mitgliedern der Feuerwehr. Sie alle vertreten uns als Dorfgemeinschaft an diesem besonderen Tag.
Ich durfte gestern Abend ein wunderschönes Gospel-Konzert bei uns im Hagensaal besuchen. Wir haben gemeinsam gesungen und Jesus gelobt und bei meinen Gedanken an den heutigen Tag kam mir der Wunsch, doch einmal diesen Tag feierlich zu begehen in einer Welt, in der nur der Friede regiert.
Frieden ist die Voraussetzung dafür, dass das Wunder der Schöpfung erhalten bleibt. Diese Schöpfung hat aber auch Menschen hervorgebracht, die ihre Interessen mit Gewalt durchzusetzen verstehen und diese Schöpfung hat Menschen mit einem Werkzeug ausgestattet, das es ihnen erlaubt, massenhaft das Leben anderer Menschen mit Hilfe einer sich immer neu entwickelnden Waffentechnologie auf grausame Weise zu beenden.
Was macht uns eigentlich noch Mut, an solchen Tagen wie heute, an denen wir den Opfern von Krieg und Gewalt gedenken, mit Hoffnung auf den Frieden in die Zukunft zu blicken?
Das Institut für internationale Konfliktforschung zeigt uns aktuell die derzeit in der Welt bestehenden Kriege und Konflikte. Der Unterschied ist egal, denn in jedem werden Menschen getötet, unter ihnen viele Kinder, die eine Chance auf Leben in dauerhaftem Frieden nie hatten.
Solange es Kriege gibt, gibt es auch die Frage nach dem „gerechten Krieg“ - kann es diesen „gerechten Krieg“ jemals geben?
Der Publizist Jürgen Todenhöfer zeichnet mit seinem Buch „ Die große Heuchelei“ dazu aus seiner Sicht ein klares Bild. Unter dem Vorwand edler Ziele wird in Kriegen, wir können sie auch Konflikte nennen, reine Interessenpolitik betrieben. Es geht niemals – wirklich niemals- um Werte, es geht nur um Interessen. Und genau da dürfen wir alle Aussagen einer Heuchelei entlarven – zumindest solange das Wort „WERTE“ nicht einfach durch „INTERESSEN“ ersetzt wird.
Und schon seit einiger Zeit sind auch wir, ist Deutschland offenbar wieder bereit, seinen ganz besonderen Beitrag zum Erhalt der angeblichen WERTE zu liefern. Nicht ganz neu, denn in vielen Missionen waren wir schon dabei. In vielen Städten, nehmen wir die Weltkulturstädte Mossul oder Aleppo , in denen eine sogenannte Gemeinschaft ihre WERTE verteidigt hat, sieht es heute kaum anders aus als Hiroshima nach dem Atombombenangriff. Auf den Trümmern der Städte zerschossene Körper von Kindern, Frauen und alten Menschen, für deren würdige Bestattung auch nach der „Befreiung“ die Wertegemeinschaft keine Zeit findet.
All diese Bilder als Ergebnis der Entschlussfreudigkeit von Politikern, die ihr Militär führen wie auf einem Schachbrett, selbstverständlich mit gehörigem Abstand zur Front des Krieges. GOETHE sagte einmal, er verachte Menschen, die in warmen Zimmern sitzen und Kriegslieder singen. Wenn wir noch einmal Jürgen Todenhöfer bemühen, so hat er mehreren Politikern eine herzliche Einladung gegeben, ihn einmal direkt an und in den Ort der Kriege zu begleiten, dort, wo gekämpft, geschossen, gebombt verletzt und getötet wird. Dort, wo angeblich mit hoher Präzision allein der Feind eliminiert wird, tatsächlich aber Granaten in Kinderzimmern und Krankenhäusern explodieren. Nicht ein Politiker ist der Einladung von Herrn Todenhöfer bisher gefolgt.
Auch ich bin ja eigentlich vom Vorwurf der Heuchelei nicht frei. Dem kleinem Kassem wurden in Aleppo durch eine Granate die Beine abgerissen, er hat verbrannte Haut und kann kaum noch sehen. Wenn er es wüßte, dürfte er mir vorhalten, dass doch diese Granate genau dort gebaut wurde, wo ich lebe – also made in Gemany. Deutschland ist mit der größte Exporteuer dieser todbringenden Fracht.
Und wenn wir an diesem heutigen Tag den Krieg mahnen und den Toten gedenken, beherrscht bereits die Frage, ob wir in Syrien eine Schutz- oder Friedenszone aufbauen. Wir starten eine Initiative, die nach Worten unserer Politiker auf der einen Seite politisch und diplomatisch sein soll a b e r die mit einer militärischer Komponente umzusetzen sei. Man vermisst eigentlich nur noch den Hinweis auf die Verteidigung von Werten und der Friedensmission um die Heuchelei perfekt zu machen.
Da wünsche ich mir klare Worte, wie zum Beispiel die des jungen Sängers Volkan DURMAZ. Ich bin doch ein Kind dieser Erde und immer dort zu Haus, wo das Leben mich hinträgt – so singt er in einem seiner Lieder. Eine schöne Botschaft, doch endlich einmal mit der Fragerei nach Grenzen, Nationen und : „Wo kommst Du her“ aufzuhören.
Stattdessen sehen wir uns in Deutschland wieder aufgerufen, in der ganzen Welt unsere Werte zu verteidigen, dabei haben wir hier bei uns erstmal genug damit zu tun, unsere Demokratie zu sichern und all das weiterhin zu schützen, was uns unser Grundgesetz vorgibt. Und dazu brauchen wir auch eine funktionierende und gut ausgestattete Bundeswehr, sie wird gebraucht, um unsere Werte zu schützen, sie darf aber nicht aus reiner Interessenpolitik missbraucht werden.
Natürlich ist es wichtig, versuchen zu verstehen, wie die Welt sich dreht aber l e i d e r ist es mittlerweile wieder genauso wichtig, sich zur bunten Welt zu bekennen und nicht und nie wieder zur braunen. Last uns die Welt bemalen – in Regenbogenfarben – singt Kerstin Ott in einem nicht ganz neuen, aber wunderschönen Lied – legen wir also den Tuschkasten nie aus der Hand.
Gute Ratschläge für den Frieden kann ich kaum geben aber drei Anregungen habe ich:
Schauen Sie in das Buch von Jürgen Todenhöfer, es ist zu Recht das Friedensbuch des Jahres
Hören Sie –vielleicht heute Nachmittag- das Lied von Volkan Durmaz – Ich bin ein Kind dieser Erde und die Regenbogenfarben mit Kerstin Ott
und hören Sie jetzt Bianca Sammler zu. Bianca hat als junge Poetin einen wunderschönen Text geschrieben. Vielleicht werden Sie sagen, er passt gar nicht zu diesem Tag – oh doch, er passt sehr gut, denn ich wünsche allen Großeltern dieser Welt, das ihnen die Zeit gegeben wird, ihren Enkelkindern in Frieden und ohne Krieg diese Liebe und Botschaften zu senden und allen Kindern dieser Welt, dass sie mit ihren Großeltern diese Zeit erleben können, die einem in der Rückschau viel zu kurz vorkommt und das wir alle uns daher darauf besinnen, wie schnell eine Zeit auf dieser Erde für uns zu Ende sein kann. Für Gewalt bleibt keine Zeit – Es bleibt aber die Zeit den Krieg zu ächten und den Frieden zu adeln.

Für Opa


Geschrieben von Bianca Sammler

In diesem Moment
In diesem Augenblick
In dieser Sekunde
Hört ein Herzschlag auf
Und als wäre nichts gewesen
So als wäre nichts passiert
Und als wäre nichts geschehen
Nimmt das Leben weiter seinen Lauf
Dein Herz es pocht
Dein Blut das fließt
Dein Atem strömt
Doch ein Herz hört auf
Deine Lippen beben
Deine Lider senken
Viele Tränen sammeln sich
Doch das Leben nimmt seinen Lauf
Und genau wie das Leben laufen wir auch
Manchmal zu Höchstformen auf
Und manchmal nur dem Bus hinterher
Und ärgern uns danach meistens viel mehr
Über uns selbst und warum wir nicht früher losgegangen sind und angefangen haben
Uns die wichtigen und richtigen Fragen
Des Lebens zu stellen
Und sitzen dann doch meistens wieder bei irgendwelche Dienststellen
Die uns sagen was wir dürfen und sollen
Aber wenig darauf achten, was wir wirklich brauchen und wollen
Doch meistens da sitzen wir sowieso nur davor und sind am Warten
Und verbringen unsere Zeit damit zu erraten
Was die einzelnen Paragrafen und Gesetze bedeuten
Während wir wunderschöne Momente vergeuden
Augenblicke und Sekunde
Vielleicht auch Minuten und Stunden
Die anders besser verbracht wären
Und wir uns so selbst die schönen Erinnerungen verwehren
Denn in diesem Moment
In diesem Augenblick
In dieser Sekunde
Hört ein Herzschlag auf
Und als wäre nichts gewesen
So als wäre nichts passiert
Und als wäre nichts geschehen
Nimmt das Leben weiter seinen Lauf
Man sagt Dinge passieren und Menschen ändern sich
Doch was sich nicht änderte war dein Lächeln im Gesicht
Ich hab´s immer noch vor mir, genauso wie du warst
Wenn wir uns trafen und du mich ansahst
Vom ersten Moment meines Lebens warst du bei mir
Und auch wenn der Kontakt nicht immer eng war, danke ich dir
Denn du hast mich viele Dinge gelehrt, mir die Welt gezeigt
Einen Teil vom Leben mit mir verweilt
Wir haben schöne Momente verbracht
ernste Gespräche geführt, aber auch mal gelacht
wir hätten noch unzählige gemeinsamer Momente haben sollen
doch leider ist das, was wir so sehnlich wollen
nicht immer das was wir letztlich auch haben
sondern bleiben meistens zurück mit vielen Fragen
mit unausgesprochenen Worten
und Versprechen, die an verschiedenen Orten
gegeben wurden und jetzt für immer da draußen rumschwirren
und ziel- und planlos durch die Gegend irren
weil sie nun nicht mehr eingelöst werden
und in meiner Vorstellung wie riesige Herden
aus Worten und Sternen
hinfort ziehen, in weite Fernen
Denn in diesem Moment
In diesem Augenblick
In dieser Sekunde
Hört ein Herzschlag auf
Und als wäre nichts gewesen
So als wäre nichts passiert
Und als wäre nichts geschehen
Nimmt das Leben weiter seinen Lauf
In meinem Kopf frag ich mich so vieles
Und in meinem Herzen trag ich unzähliges
ich wünschte ich hätte dir mir gesagt
dich mehr gefragt
öfter zugehört und die Zeit mehr genossen
meine Wochen anders geplant und häufiger beschlossen
zu dir zu fahren und gemeinsame Zeit zu verbringen
Den unausgesprochenen Wünschen nachgegangen, die immer in der Luft hingen,
wenn wir uns verabschiedeten und auf Wiedersehen sagten
und später doch das Treffen verschoben oder absagten
Und auf einmal da gibt es kein nächstes Sehen
Nur ein letztes Abschiednehmen
Das Herz krampft sich zusammen und man bekommt keine Luft
Und dann wird einem auf einmal bewusst
Es ist immer zu plötzlich und immer zu früh
Und der Gedanke so fern, dass es das letzte Mal ist, dass ich dich seh´ und dich berühr´
In diesem Moment
In diesem Augenblick
In dieser Sekunde
Hört ein Herzschlag auf
Und als wäre nichts gewesen
So als wäre nichts passiert
Und als wäre nichts geschehen
Nimmt das Leben weiter seinen Lauf
Ich schau in den Himmel
Blicke in das dichte Wolkengewimmel
Und frag mich, ob du mich dadurch sehen kannst
Oder ob du dort oben ein wenig tanzt
Ich schau auf das Meer
Und mein Kopf wird ganz leer
Mein Herz empfängt einen Schwall der Fülle
Und ich genieße genau wie du damals die Landschaftsidylle
Ich schau zu den Menschen, die ich am meisten liebe
Und wünsch mir von jedem einzelnen, dass er für immer an meiner Seite bliebe,
Doch nichts ist für immer, für immer auch nicht
Und so lieb ich und lieb ich, bis mein Herz zerbricht
Denn die Liebe ist das einzige was am Ende bleibt
Und nur sie ist es, die uns im Leben antreibt
Denn das Leben ist kurz und der Morgen nicht sicher
Und nichts als Liebe wünschen wir uns alle sehnlicher
Denn in diesem Moment
In diesem Augenblick
In dieser Sekunde
Hört ein Herzschlag auf
Und als wäre nichts gewesen
So als wäre nichts passiert
Und als wäre nichts geschehen
Nimmt das Leben weiter seinen Lauf
Und der Moment dieser Worte ist jetzt und der Ort hier
Dass du es laut aussprichst, dass wünsche ich mir
Denn es ist immer nur früh
Und niemals zu spät
Einem anderen zu sagen,
Dass man ihn liebt

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