Wenn in der kommenden Woche die nationalen Spiele der Special Olympics, der Spiele für Menschen mit Geistiger- und Mehrfacheinschränkung, im Saarland eröffnet werden, ist auch wieder ein Stück Nienhagen dabei. Über 4000 Athlet/innen aus ganz Deutschland kommen zusammen und vergleichen sich in über 20 Sportarten. Wichtig bei solchen Großveranstaltungen sind die Volunteers, Menschen, die den Sportlerinnen und Sportlern und den Gästen beratend und helfend zur Seite stehen.
Unsere Kollegin im Neuen Rathaus Nienhagen, Frau Anika Lange, wird eine dieser Helferinnen sein. Frau Lange wird also für ein paar Tage ihren Arbeitsplatz im Rathaus räumen und dann vermutlich viel im Saarland arbeiten, aber auch ganz viel erleben. Immerhin sind die Spiele auch ein Event, das Barrieren abbauen soll. Gemeinschaft wird ganz großgeschrieben.
Ich habe mal Frau Lange gefragt, wie sie zu Special Olympics gekommen ist. Sie sagt:
Das Special Olympics Team schrieb mich Ende letzten Jahres an. Wahrscheinlich, weil ich schon bei den Special Olympics internationalen Spielen 2023 in Berlin mitgewirkt hatte und das hat mir ja ganz am Anfang die Gemeinde Nienhagen ermöglicht, die mich ja auch dieses Jahr unterstützt. Als Volunteer muss man nämlich alles selbst bezahlen. Na, jedenfalls fragte man mich, ob ich Interesse hätte mich auch für das Saarland zu bewerben. Dies tat ich dann auch und wenige Wochen danach war dann sicher: Ich bin dabei!
Ich habe weiter gefragt: Was begeistert Sie an Special Olympics?
Das sind einige Faktoren: Zum einen gibt es geistig- und mehrfachbehinderten Menschen, die Chance sich sportlich zu messen und Erfolge zu erzielen. Ich selber muss gestehen, nicht mal die größte Sportbegeisterte oder Sportlerin zu sein, durch eine leichte motorische Behinderung, die mich da auch etwas einschränkt. Ich reite etwas auf dem Familienpferd und schwimme mal ein paar Bahnen und bin damit zufrieden😉 Als Volunteer trifft und lernt man aber außerdem viele nette und liebe Menschen kennen, die zusammen ehrenamtlich bei so einem großen Event helfen. Außerdem ist es ein „kleines Abenteuer“, alleine in einer fremden Stadt zu sein und mal dem Verwaltungsalltag zu entfliehen. Aber nichts gegen meinen Job, der macht mir auch Spaß. Aber mal weg und neue und besondere Aufgaben für andere übernehmen, macht mir Spaß.
Und eine letzte Frage noch: Finden Sie, dass es viel mehr Angebote des barrierefreien Sports geben müsste?
Ich finde dass wir die letzten Jahre auf einen guten Weg sind für den barrierefreien Sport, dieses aber noch um einiges ausgebaut werden kann. Ich selber habe es vor 20 Jahren noch anders erlebt, wie ich vom Schulsport ausgeschlossen wurde, weil es eben nicht so gut klappte, wie bei den anderen Schülern und dass man sogar vom Lehrer ausgegrenzt wurde! Es muss noch mehr Menschen geben, die da umdenken und man muss vielleicht auch noch kreativer werden. Barrierefrei heißt Behinderte und Eingeschränkte zu integrieren, sodass sich niemand mehr ausgestoßen fühlen muss. Dies kann für ein Rollstuhlfahrer schon eine einfache Rampe sein. Bei geistigen Behinderten zählt vor allem auch Geduld, das Ermutigen und Feiern von kleineren Erfolgen.
Frau Lange, wir wünschen Ihnen gute Erlebnisse und freuen uns, wenn Sie uns demnächst von den Tagen und den Erlebnissen im Saarland berichten.
Jörg Makel
Bürgermeister der Gemeinde Nienhagen
Mobil: 0173 6232551
