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Nienhagen – Arbeitskreis Energie besucht Projektentwicklungsunternehmen JUWI in Wörrstadt

Ein unmoralisches Angebot an die Kanzlerin – so der Titel eines Buches, dessen Autor kein anderer als einer der Geschäftsführer des Unternehmens JUWI in der Nähe von Wiesbaden ist. Er verspricht der Kanzlerin, seine Firma mit Millionen-Umsätzen für alternative Zwecke zu verschenken, wenn diese im Gegenzug bereit ist, alles dafür zu tun, sofort sämtlichen Strom in Deutschland nur noch aus alternativer Energie zu beziehen. Und das genau dies möglich ist, rechnet er in diesem Buch genau vor.

Vor 16 Jahren machte sich dieser Unternehmer mit einem Freund auf den Weg, Projektentwickler für alle Formen regenerativer Energien zu werden. Aus der Idee zweier Pioniere ist ein Unternehmen mit heute über 1800
Mitarbeitern geworden.

Das müssen wir uns vor Ort ansehen, waren sich die Mitglieder des Arbeitskreises Energie Nienhagen einig und so konnte sehr schnell der Kontakt zur Geschäftsführung hergestellt und ein Tagesbesuch vereinbart werden. Sieben Mitglieder des Arbeitskreises einschließlich Bürgermeister Jörg Makel gewannen in einer mehrstündigen Führung einen Einblick in das Unternehmen, das bis heute weltweit 485 Windkraftanlagen projektiert. Vom Firmenstandort in Wörrstadt werden neben zahlreichen Windparks auch bereits mehrere Sonnenstromanlagen rund um die Uhr überwacht. Und diese stehen mittlerweile in der ganzen Welt verteilt. Beeindruckend war aber vor allem das Unternehmenskonzept. Die Mitarbeiter arbeiten ausschließlich projektbezogen – sind also nicht an feste Arbeitszeiten gebunden, der Fahrzeugpark besteht überwiegend aus Elektrofahrzeugen, von den Dächern der Car-Ports wird der für den Antrieb benötigte Strom erzeugt. Die Firmengebäude stellen sich ausschließlich in Holzbauweise dar, alles heimische Hölzer – der Strom für das Unternehmen kommt natürlich von Wind und Sonne. Daher tragen alle Dächer, alle Fassaden Photovoltaikmodule. Eine eigene Kindertagesstätte gehört auch dazu – hier kümmern sich 25 Erzieherinnen (!!) um zwei (!!) Gruppen.

Die Besuchergruppe aus Nienhagen vor dem Betrieb JUWI in Wörrstadt

Der Besuch führte natürlich auch zum nahegelegenen Windpark. Zehn Anlagen produzieren hier jährlich 60 Millionen Kilowattstunden Strom, dies entspricht der Versorgung von rd. 17000 Haushalten. Eine Windkraftanlage hat eine Nabenhöhe von 135 Metern und einen Rotordurchmesser von 80 Metern. Vermutlich würden drei Anlagen dieses Typs ausreichen um ganz Nienhagen einschl. des Gewerbestroms das ganze Jahr über zu versorgen. Beeindruckend auch, wie sich die Dörfer rund um das Unternehmen aufgestellt haben – so gehört einer Gemeinde mit gerade mal 10000 Einwohnern ein kompletter Windpark – anderen Ortes haben 200 Bürgerinnen und Bürger eine gesamte Windkraftanlage nahezu allein finanziert.

Die Firmenpräsentation stellte beeindruckend dar, dass Menschen mit guten Ideen nicht nur für saubere Energiegewinnung sorgen können, sondern dass wir technisch längst in der Lage sind, uns mit regenerativem Strom zu versorgen und diese Technologie die Arbeitsplatzgarantie für zahlreiche Menschen sein wird – Menschen, die dazu beitragen, dass wir nicht die letzten Ressourcen dieser Erde unseren Kindern rauben und das dieser Weg ohne Probleme von allen gegangen werden kann.

JUWI wird den Mitgliedern des AK Energie Nienhagen noch lange in Erinnerung bleiben – wir werden von dem, was wir dort gesehen und erlebt haben, in jedem Fall profitieren und die gesammelten Erfahrungen für unsere weitere Arbeit nutzen.

Jörg Engelhard / Jörg H. Horst
Arbeitskreis Energie Nienhagen

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